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Ehrenvolle Niederlage im Pokalfinale

Nach Siegen gegen die Schachfreunde Frankfurt und den SK Bad Homburg hatte der FTV zum vierten Mal in seiner nur zehnjährigen Geschichte das Finale des Viererpokals erreicht und wieder ging es gegen den SV Oberursel, denen man sich im Vorjahresfinale geschlagen geben musste. Würde es diesmal zum Sieg reichen?

Bei strahlend schönem Frühlingswetter machten sich Grover, Eric, Paul, Peer und Teamkapitän Dominik auf den Weg in den Vordertaunus, wo hochkarätige Gegner mit einem DWZ-Schnitt von 2096 auf sie warteten. Grover und Eric bekamen an den ersten beiden Brettern waschechte FMs vorgesetzt. Wir hatten also nichts zu verlieren.

Grover spielte mit den weißen Steinen gegen FM Robert Schlamp. Es kam eine königsindische Stellung aufs Brett, bei der es Schwarz leider gelang, den Damenflügel zu fixieren und einen für diese Eröffnung typischen Angriff auf die weiße Königsstellung zu inszenieren. Mit einem hübschen Qualitätsopfer auf g2 wurde Grovers König nach h3 gelockt und verfing sich in einem Mattnetz.

Am zweiten Brett wurde Eric von FM Georg Haubt mit der Trompowsky-Eröffnung überrascht und kam mit den schwarzen Steinen schlecht aus der Eröffnung. Es sah also nicht gut aus für uns, denn am vierten Brett hatte Peer mit Weiß gegen Wolfram Schneider bereits einen Bauern weniger. Peer wußte zwar, dass dieses Bauernopfer in der französischen Verteidigung noch Theorie ist, aber offenbar konnte er sich nicht mehr erinnern, warum.

Nur Paul stand mit Schwarz gegen Helmut Escher gut. Dann aber wendete sich das Blatt am zweiten Brett. Irgendwie war es Eric gelungen, seine Figuren ins Spiel zu bringen und den Gegner unter Druck zu setzen. Nachdem er einen Bauern auf f7 geopfert hatte, sah es so aus, als könne er forciert eine Figur gewinnen. Dann wäre der Sieg greifbar nahe gewesen, denn Pauls Stellung wurde immer besser und Peer hätte seine Partie trotz Minusbauer vielleicht noch Remis halten können.

Doch leider fand Erics Gegner nach langem Nachdenken eine Möglichkeit, unter Rückgabe des Mehrbauern in ein remises Endspiel abzuwickeln. Eine Punkteteilung war die logische Folge. Kurz darauf brachte Paul ein vorteilhaftes Springerendspiel sicher nach Hause, so dass man beim Stand von 1,5:1,5 auf ein Wunder am vierten Brett hoffen musste, wo Peer mit Minusbauer unermüdlich kämpfte.

Dann erschien Peers Freundin Julia, die überraschend in Oberursel eingetroffen war, um ihren Helden anzufeuern. Würde die moralische Unterstützung durch "Stropsi" dem Spiel die entscheidende Wende geben? Die Spannung stieg ins Unermessliche..

Schon oft hat Peer sich standhaft geweigert, in verlorener Stellung aufzugeben, um dann nach einem Fehler des entnervten Gegners die Partie doch noch zu gewinnen. Auch diesmal wieder?

Aber trotz aller gedrückter Daumen musste sich das Kämpferherz letzten Endes geschlagen geben, womit unsere Niederlage besiegelt war. Allerdings fiel sie mit 1,5:2,5 gegen einen übermächtigen Gegner denkbar knapp aus und als Trost bleibt uns die Teilnahme am Hessenpokal, für den wir uns als Finalist automatisch qualifiziert haben.

Im nächsten Jahr unternehmen wir den nächsten Versuch. Per aspera ad astra!

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Mai 2010 um 13:10 Uhr